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Informationen zur Haltung, Ernährung und Behandlung von Nagern

Vergiftung bei Nagern

Sollte Ihr Kaninchen eine giftige Pflanze oder einen giftigen Stoff gefressen haben, beachten Sie bitte folgende Hinweise

  • Verabreichen Sie Ihrem Tier keine für den Menschen zugelassenen Medikamente ohne Rücksprache mit einem Tierarzt, auch nicht im Notfall!
  • Bitte stellen Sie bei Vergiftungsverdacht Ihr Tier sofort im Veterinärmedizinischen Zentrum vor, falls möglich bringen Sie die verdächtige Giftquelle (im Idealfall mit Verpackung), angefressenes oder erbrochenes Material mit!

Hinweise zur Vermeidung von Vergiftungen bei Nagern:

  • Alle Pflanzen-, Insekten- und Nagervernichtungsmittel sind als hochgiftig zu behandeln. Gleiches gilt auch für Dünger sowie Putzmittel aller Art!

Für Nager giftige Stoffe und Pflanzen

  • Avocado
  • Aubergine
  • Efeu
  • Eibe
  • Eisenhut
  • Efeu
  • Essigbaum
  • Geranie
  • Kartoffelkeimlinge
  • Magnolie
  • Maiglöckchen
  • Oleander
  • Robinie
  • Tomatenpflanze
  • Schmetterlingsflieder

Empfehlung zur Kastration des weiblichen Kaninchens

Häufiger als bei anderen Tierarten kommt es bei weiblichen Kaninchen zur Entstehung von Gebärmutterkrebs.  Die einzige zur Zeit bekannte Vorbeugemaßnahme besteht in der Kastration, die wir bei allen nicht zur Zucht bestimmten weiblichen Kaninchen ab einem Alter von 4- 5 Monaten empfehlen.

Gebärmutterkrebs konnte bei Kaninchen bereits ab einem Lebensalter von knapp eineinhalb Jahren festgestellt werden, mit zunehmendem Alter steigt die Erkrankungshäufigkeit rasant an und Untersuchungen zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit , an einem Gebärmutterkrebs (zu 80 % sog. Adenocarcinome) zu erkranken, für ein Kaninchenweibchen ab dem 5. Lebensjahr bei bis zu 75 % liegt.

Die betroffenen Kaninchen zeigen oftmals blutigen Scheidenausfluß, Wesensveränderungen (verstärkte Aggression oder auffallend ruhiges Verhalten), Anzeichen einer Scheinschwangerschaft wie Nestbau, können aber auch völlig ohne äußere Anzeichen erkrankt sein.

Durch Abtasten sowie Röntgen und Ultraschalluntersuchungen kann der Tierarzt in einem Teil der Fälle eine Diagnose stellen, häufig kann aber nur ein Verdacht geäußert werden, die endgültige Diagnose nur durch eine Operation sicher gestellt werden.

Die Behandlung besteht in der Kastration – also der chirurgischen Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter.
Bei Verdacht auf Gebärmutterkrebs sollten vor einer Operation drei Röntgenbilder der Lunge angefertigt werden, um Tochtergeschwülste in der Lunge soweit möglich auszuschließen.  Ist es noch nicht zu einer Streuung des Krebses gekommen, ist die Prognose nach Kastration gut !

Impfempfehlung für Kaninchen

Je nach Haltungssituation empfehlen wir die rechtzeitige und regelmäßige Impfung gegen folgende Kaninchenerkrankungen:

  • Myxomatose
  • RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease / Chinaseuche)
  • Kaninchenschnupfen

 

Myxomatose

Die Myxomatose wird durch ein Virus aus der Familie der Pockenviren verursacht. Die Übertragung erfolgt vor allem durch blutsaugende Insekten, insbesondere Stechmücken und Kaninchenflöhe, aber auch durch Milben, Zecken, Läuse und Fliegen sowie von Kaninchen zu Kaninchen oder von Mensch zu Kaninchen. Eine Übertragung durch Futter, vor allem im Freiland gesammeltes Grünfutter, wird vermutet.

Die Anzeichen einer Myxomatoserkrankung sind nicht einheitlich. Hauptmerkmal einer möglichen Infektion sind anfänglich insbesondere Schwellungen an den Augen, teils mit Augenausfluss, im weiteren Verlauf der Erkrankung dann Anschwellungen im gesamten Kopfbereich, später auch Fieber und Ödembildung am ganzen Körper.
Sind die Kaninchen zu Beginn der Krankheit oftmals noch recht munter, stellen sie nach 1 – 2 Wochen die Nahrungsaufnahme ein und versterben. Bei der perakuten Verlaufsform erkennt man häufig nur eine Anschwellung im Augenbereich und die Tiere sterben innerhalb weniger Tage.

Die Myxomatose ist nicht heilbar, die meisten Tiere verenden an der Krankheit. Überlebende Tiere beherbergen das Virus noch über Monate in sich und können so die Myxomatose weiter übertragen.

Einen Schutz bietet nur die rechtzeitige und regelmäßige Impfung. Die Impfung kann ab der 5. Lebenswoche durchgeführt werden.Wiederholungsimpfungen sind alle 12 Monate, vorzugsweise im zeitigen Frühjahr, notwendig.
Es sollten immer alle Tiere eines Bestandes geimpft werden.

 

RHD

Die RHD ist eine durch ein Calici-Virus verursachte zu 80 – 100% der Fälle tödlich verlaufende Erkrankung der Hasen, Wild- und Hauskaninchen.

Wie bei der Myxomatose erfogt die Übertragung des RHD-Virus vor allem durch blutsaugende Insekten, insbesondere Stechmücken und Kaninchenflöhe, aber auch durch Milben, Zecken, Läuse und Fliegen sowie von Kaninchen zu Kaninchen oder von Mensch zu Kaninchen. Eine Übertragung durch Futter, vor allem im Freiland gesammeltes Grünfutter, wird vermutet.

Die Krankheitsanzeichen sind nicht immer charakteristisch, betroffene Kaninchen zeigen häufig zunächst eine beschleunigte oder erschwerte Atmung, Depression und Freßunlust. Es kann zu Fieber und blutigen Durchfällen kommen, aber auch bei der RHD sind perakute Fälle möglich, bei denen es zu plötzlichen Todesfällen ohne vorhergehende Erkrankungsanzeichen kommt. In Ausnahmefällen verläuft die Erkrankung relativ harmlos, es kommt zunächst zu Unwohlsein und  Durchfall und anschließender Genesung.

Die RHD ist nicht heilbar, einen Schutz bietet nur die rechtzeitige und regelmäßige Impfung. Alle Tiere, auch Tiere in Wohnungshaltung, alte Tiere und trächtige Tiere sollten geimpft werden. Die Impfung kann ab einem Alter von 5 Wochen erfolgen. Die notwendige, jährliche Wiederholungsimpfung sollte im Frühjahr durchgeführt werden.
Es sollten immer alle Tiere eines Bestandes geimpft werden.

In Deutschland besteht RHD-Impfpflicht für Ausstellungstiere.

 

Kaninchenschnupfen

Infektionen mit verschieden Viren und Bakterien führen zu schnupfenartigen Infektionen bei Kaninchen. Als Hauptverursacher gelten die Bakterienarten Pasteurella multocida und Bordetella bronchiseptica.

Eine Impfung gegen diese Erreger ist möglich, jedoch nicht völlig unumstritten, insbesondere da sie nur gegen zwei Erreger von vielen wirksam ist, die einen Kaninchenschnupfen auslösen. Die Impfung kann also keinen zuverlässigen Schutz gegen alle Formen des Kaninchenschnupfen bieten.

Die Infektion mit den Schnupfenerregern erfolgt bereits bei den Nestjungen während der Säugezeit. Daher ist die Impfung gegen Kaninchenschnupfen vor allem als Bestandsimpfung in Zuchten zu empfehlen

Eine optimale Basis für jedes Impfprogramm in Kaninchenzuchten bildet die jährlich zu wiederholende Grundimmunisierung aller Kaninchen eines Bestandes (also 2  Impfungen im Abstand von 4 Wochen) vor Beginn der Zuchtsaison sowie die Grundimmunisierung der Jungtiere. Bei tragenden Häsinnen führt die Impfung im ersten Drittel der Trächtigkeit zur weiteren Steigerung der Abwehrstoffe, die mit der Muttermilch auf die Jungtiere übertragen werden.

Jungtiere sollten ab einem Alter von 4 Wochen, spätestens aber nach dem Absetzen zweimalig im Abstand von 4 Wochen geimpft werden. Die Wiederholungsimpfung erfolgt alle 6 Monate.

Die Kaninchenschnupfenimpfung sollte getrennt von der Myxomatoseimpfung stattfinden!

 

Impfempfehlung für Kaninchen in Heimtierhaltung

  • Grundimmunisierung gegen Myxomatose und RHD ab der 5. Lebenswoche
  • jährliche Wiederholungsimpfung gegen Myxomatose und gegen RHD

Impfempfehlung für Kaninchen in Zuchtbeständen

  • zusätzlich zur Myxomatose – und RHD-Impfung sollte die Impfung gegen Kaninchenschnupfen nach obigem Schema durchgeführt werden.
  • Es sollten immer ALLE Tiere eines Bestandes gleichzeitig geimpft werden.

Empfehlung zur Kaninchenfütterung

Kaninchen sind ursprünglich Tiere der spanischen Steppengebiete. Dementsprechend ist ihr Verdauungstrakt für die Aufnahme eines rohfaserreichen, relativ energiearmen Futters ausgelegt.

Die Basis der Kaninchenfütterung sollte also immer gutes, kräuterreiches Wiesenheu sein und dem Kanichen den ganzen Tag über zur Verfügung stehen. Zusätzlich benötigen Kanichen frisches Grünfutter in Form von Obst, Gemüse und frischen Kräutern. Gerne nehmen Kanichen auch die Gabe von frischen Zweigen oder Ästen an.

Völlig unnötig und oftmals Ursache für Zahn- und Magen/Darm-Probleme sowie Fettleibigkeit ist die Fütterung von Trockenfutter oder Kanichenleckerlies wie Kaninchendrops oder Kaninchenrollis, Brot oder Zwieback. Diese Futtermittel sind rohfaserarm und hochkalorisch. Es kommt zu unzureichendem Zahnabrieb und zur Vermehrung unerwünschter Bakterien im Darmtrakt des Kaninchens.

Immer zur Verfügung stehen muss frisches, sauberes Wasser.

Die Notwendigkeit der Bereitstellung von Salz- oder Mineralsteinen ist umstritten und hängt auch von der Zusammensetzung des gefütterten Heus ab. Bei Kaninchen mit der Veranlagung zur Bildung von Harngries oder Blasensteinen sollten keine Salz- oder Mineralsteine gereicht werden.

 

Für Kaninchen geeignete Kräuter

  • Basilikum
  • Brennessel
  • Dill
  • Löwenzahn
  • Melisse
  • Oregano
  • Petersilie
  • Pfefferminze
  • Salbei
  • Spitzwegerich

 

Für Kaninchen geeignetes Obst und Gemüse

  • Apfel
  • Broccoli
  • Blau- und Heidelbeeren
  • Chicoree
  • Chinakohl
  • Fenchel
  • Gurke
  • Johannisbeeren
  • Karotten
  • Karottenkraut
  • Melone
  • Paprika
  • Rote Beete
  • Sellerie
  • Tomate

 

Für Kaninchen geeignete Äste und Zweige

  • Birke
  • Buche
  • Haselnuss
  • Obstbäume
  • Weide
  • Tanne

Giftig und nicht geeignet sind Äste oder Zweige von Eibe, Essigbaum,Magnolie, Robinie oder Schmetterlingsflieder.